Kataraktchirurgie

Was versteht man unter Katarakt (Grauem Star)?

Bei einer Katarakt handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse.
Die natürliche Augenlinse hat eine schichtförmig angeordnete Faserstruktur, ähnlich wie ein Baumstamm. Diese Struktur entwickelt sich weiter solange wir leben; somit wird die Augenlinse allmählich dichter und dicker (ca. 1mm alle 10 Jahre). Ab einem gewissen Zeitpunkt im Leben ist die Linse so dicht, dass das Licht sie nicht mehr durchtreten kann, um so die Netzhaut zu erreichen. Somit verliert man erheblich an Sehvermögen und indirekt auch an Lebensqualität.

  • Weil sie der Grund für 50% der Erblindungsfälle weltweit ist.
  • Weil praktisch jeder Mensch, der alt genug wird, einen Grauen Star entwickelt.
  • Weil das Sehen unser Hauptsinn ist und unser Lebensstil am meisten davon abhängig ist.
  • Weil die gegenwärtigen Behandlungsmöglichkeiten extrem effektiv und zu 99% erfolgreich sind.

Unter den häufigsten Symptomen findet man:

  • Erhöhte Blendungsempfindlichkeit.
  • Zunehmend schlechtes Sehen nachts und in der Dämmerung.
  • Zunehmend schlechtes Sehen nachts und in der Dämmerung.
  • Unsicherheit beim Autofahren, zunächst nachts und bei schlechten Wetterverhältnissen, später auch am Tag.
  • Allgemeine Unsicherheit beim Gehen,beim Treppensteigen, mit erhöhter Sturzgefahr.

Die Behandlung besteht im operativen Austausch der getrübten natürlichen Augenlinse gegen eine Kunstlinse (=Intraokularlinse). Intraokularlinsen werden aus hochwertigem Kunststoff gefertigt und haben eine unbegrenzte Haltbarkeit im Auge.).

Welche Vorteile hat die Katarakt-Operation?

Als Vorteile zählen:

  • Die Unterbrechung der natürlich vorprogrammierten Sehbehinderung, die unbehandelt bis zur Erblindung führen könnte.
  • Die Wiederherstellung der üblichen Transparenz des optischen Systems des Auges, die daraus folgende Sehverbesserung und die damit verbundene Verbesserung der Lebensqualität.
  • Die gleichzeitige Korrektur vorhandener Sehfehler, wie Kurz- Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung, sogar die der Altersweitsichtigkeit. Damit ist eine weitgehende Unabhängigkeit von einer Brille nach der Behandlung durchaus möglich.
  • Bei gleichzeitig bestehendem Glaukom (Grüner Star), kann u.U. die Augeninnendrucklage allein durch die Kataraktoperation verbessert werden. Dies gelingt, weil Kunstlinsen wesentlich dünner sind, als natürliche Augenlinsen sind.
  • Bei gleichzeitig bestehender Makulaerkrankung, etwa wie eine Makuladegeneration, kann eine Sehverbesserung durch die Katarakt-Operation erzielt werden.

 

Was passiert bei der Katarakt-Operation?

  • Es handelt sich um einen ambulanten Eingriff.
  • Er dauert ca. 15 Minuten.
  • Er wird in örtlicher Betäubung und mit leichter Sedierung durchgeführt.
  • Er ist daher absolut schmerzlos.
  • Es wird fast immer nur ein Auge pro Sitzung behandelt. Aus Sicherheitsgründen wird nur ein Auge pro Sitzung behandelt. Unter Umständen können aber beide Augen in einer Sitzung behandelt werden.
  • Der Aufenthalt im OP-Zentrum beträgt ca. 1.5-2 Std. Unmittelbar danach darf der Patient nach Hause.
  • Am Tag nach der OP ist eine Kontrolluntersuchung in der Augenarztpraxis notwendig. Von da an ist in der Regel kein Augenverband mehr nötig. Eine besondere Vorsicht oder eine körperliche Ruhe ist nicht auch notwendig, so dass der gewohnte Lebensstil meistens fast uneingeschränkt weiter geführt werden kann.
  • Das zweite Auge folgt meistens wenige Tage nach dem ersten, damit beide Augen baldmöglichst gleich sehen können, und somit ein Maximum an Sehleistung erreicht werden kann. Nur in Ausnahmefällen werden beide Augen in einer Sitzung behandelt.
  • Die Erfolgsaussichten liegen in der Regel bei ca. 99%. Risiken werden immer im Einzelfall erwogen.

Moderne Intraokularlinsen ermöglichen eine hoch effektive Wiederherstellung der Sehleistung und, je nach Linsentyp (s.u.) eine weitgehende Brillenunabhängigkeit.
Intraokularlinsen werden aus extrem hochwertigem Kunststoff produziert. Ein UV Filter ist immer integriert. Zusätzliche Lichtfilter mögen u.U. (z.B. bei Makulapathologie) sinnvoll sein.

Wir implantieren ausschließlich Linsen aus international bewährten Herstellern, die weltweit millionenfach getestet worden sind. Wir garantieren die von uns implantierten Linsen auf unbegrenzte Zeit.

Intraokularlinsenarten

Es gibt viele Linsentypen. Um die ideale Linse im Fall jenes einzelnen Patienten zu bestimmen, ist nicht nur eine komplette Augenuntersuchung notwendig, sondern genauso die genaue Erwägung des Lebensstils, berufliche Tätigkeit und Hobbies des Patienten.

Es folgt eine zusammengefasste Übersicht der unterschiedlichen Linsenarten:

Asphärische monofokale Intraokularlinsen

Vorteile

Die Asphärische Optik ist mittlerweile eine Standardeigenschaft bei den modernen Linsen. Sie bietet eine hervorragende Abbildungsschärfe; Farben- und Kontrastsehen werden ebenso im Vergleich zu früheren Linsen deutlich verbessert, auch in Dämmerungsverhältnissen (sog. HD-High Definition). Ebenso eine klassische Eigenschaft ist der eingebaute UV-Filter.

Diese Art von Intraokularlinsen wird von den Krankenversicherungen als Standarlinse betrachtet und im Leistungsspektrum eingeschlossen.

Nachteile

Die monofokale- d.h. Einstärkenlinse wird i.d.R. so berechnet und gewählt, damit der Patient in der Ferne ohne Brille, oder höchstens mit einer sehr geringen Brillenstärke, gut sehen kann. Eine Brille ist allerdings für die mittlere Entfernung (Computerentfernung) und für die Nähe (Lesen, Nähen, Bedienung eines Mobiltelefons) weiterhin notwendig.

Ein Brillenunabhängiges Sehen in der Nähe wird in einzelnen Fällen möglich, wenn die Linsen so berechnet werden, dass ein Auge fernsichtig und das andere kurzsichtig gemacht wird. Diese Option bezeichnet man als Monovision, sie ist allerdings nicht bei jedem Patient realisierbar.

Unsere Empfehlung:

Monofokallinsen empfehlen wir diejenigen Patienten, die ein möglichst Brillenfreies Sehen in der Ferne schätzen, für die allerdings eine Brille zum Lesen und für die Computer- und Mobiltelefonbedienung keinen Nachteil bedeuten.

Weitere Infos unter:

Bifokale Intraokularlinsen

Darunter versteht man Linsen mit einer speziell geschliffenen Optik, die das Licht in zwei hauptsächlichen Entfernungen verteilen: Ferne und Nähe. Bifokale Intraokularlinsen sind der “Klassiker” der multifokalen intraokularen Optiken. In unserer Praxis werden diese Linsen bereits seit über 15 Jahren eingesetzt. Die Linsen können in verschiedenen Varianten implantiert werden um deutliches Sehen in Ferne und Nähe zu erreichen.

Vorteile:

  • Nahezu komplette Brillenunabhängigkeit für ein gutes Sehen in die Ferne (Tätigkeiten wie Autofahren und Fernsehen) und in der Nähe (Lesen, Nähen, Bedienung eines Mobiltelefons).

Nachteile:

  • Wahrnehmung von Halos (Lichthöfe um Lichtquellen und reflektierende Oberflächen herum). Sie tritt intermittierend auf, besonders bei schlechten Lichtbedingungen und in der Nacht. Kurz nach der Staroperation können Halos vermehrt störend wirken, besonders Nachts beim Autofahren oder Fernsehen, werden allerdings mit der Zeit besser. Manchmal lassen sie sich mithilfe einer leichten Brille für besondere Situationen minimieren.
  • Eine leichte Brille kann ebenso für die Arbeit am Computer notwengig sein, dadurch dass die hauptsächlichen Brennpunkte der Linse, wie gesagt, gerade für die Ferne und für die Nähe gedacht sind, so dass Objekte in der Zwischenentfernung etwas unscharf abgebildet werden.
  • Multifokallinsen haben generell einen höheren Preis, als Einstärkenlinsen, so dass sie von den meisten Krankenversicherungen nicht als übliche Leistung betrachtet werden, und ihr Mehrpreis bleibt als optionale Privatleistung für den Patient.

Unsere Empfehlung:

Bifokale Intraokularlinsen sind eine ideale Lösung für Patienten, die sich eine weitgehende Brillenunabhängigkeit für Ferne und Nähe wünschen, die nicht regelmäßig am Computer arbeiten und nicht regelmäßig oder beruflich nachts Auto fahren müssen

Weitere Infos unter:

Trifokale Intraokularlinsen

Darunter versteht man Linsen mit einer speziell geschliffenen Optik, die das Licht in drei hauptsächlichen Entfernungen verteilen: Ferne (Autofahren, Fernsehen, Golfen), mittlere Entfernung (Computer, viele Musikinstrumente) und Nähe (Lesen, Mobiltelefon, Nähen). Im Gegensatz zu allen anderen multifokalen Linsen Trifokallinsen die Möglichkeit, in allen Entfernungen deutlich zu sehen.

Vorteile:

  • Moderne Trifokallinsen sind die am weitesten entwickelt unter den Intraokularlinsen. Sie ermöglichen ein hervorragendes und brillenloses Sehen in allen Entfernungen und somit in praktisch allen täglichen Situationen.
  • Patienten berichten nach wie vor manchmal über Halos, besonders kurz nach der Operation. Allerdings werden Halos nach einer gewissen Zeit entweder nur selten wahrgenommen oder wenn, dann als nicht störend beschrieben.
  • Patientenbefragungen ergeben ein höchstes Ausmaß an Zufriedenheit unter Patienten, die sich für diese Art von Sonderlinse entschieden haben.

Nachteile:

  • Trifokallinsen haben einen definitiv höheren Preis, als Standard- und Bifokallinsen, so dass sie von den meisten Krankenversicherungen nicht als übliche Leistung betrachtet werden. Ihr Mehrpreis bleibt als private Option für den Patient.

Unsere Empfehlung:

Besonders Menschen mit einem aktiven Lebensstil, die sich ein hervorragendes brillenloses Sehen in allen Entfernungen wünschen, oder diejenigen, für die eine Brille nach der Starbehandlung möglichst nicht- oder nur sehr bedingt- in Frage kommt, finden mit den modernen Trifokallinsen eine optimale Lösung.

Weitere Infos unter:

Die AMO™ SYMFONY® LINSE

Mit der Symfony®-Linse bietet die Fa. AMO™ eine neue optische Technologie für den erweiterten Sehbereich.

Vorteile:

Sie ermöglicht einen durchgängigen, erstklassigen Sehbereich in praktisch allen Entfernungen. Die Inzidenz von Halos und Blendung ist dabei äußerst gering, vergleichbar mit einer Monofokallinse.

Nachteile:

Lesen ist zwar unter normalen Bedingungen ohne Brille möglich, allerdings kann bei schlechten Lichtbedingungen oder zum Lesen von besonders kleiner Schrift eine Lesebrille notwendig sein. Der Preis ist hoch, vergleichbar mit dem einer Trifokallinse.

Unsere Empfehlung:

Die Symfony-Linse ist besonders geeignet für Patienten, die eine hervorragende Multifokalität brauchen und, die sich dabei Halos und Blendung nicht Leisten können, z.B. Berufsfahrer, Piloten, etc.

Torische Intraokularlinsen

Torische Linsen haben eine spezielle Optik, die in der Lage sind, nicht nur Weit- oder Kurzsichtigkeit zu kompensieren, sondern ebenso auch Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Sie sind in monofokaler und in multifokaler Ausführung konfigurierbar.

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